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Ein Lektor gibt Texten den letzten Schliff, sorgt für die Berücksichtigung auch kleinster sprachlicher Details und kümmert sich um Fehlerfreiheit.
Und ein Wissenschaftslektor?
Genau genommen macht dieser genau das Gleiche, nur arbeitet er mit wissenschaftlichen Texten.

Die Aufgaben des Wissenschaftslektors

Wissenschaftslektoren werden direkt von Fachverlagen oder auch Hochschulen beauftragt, von Studenten ebenso wie von Habilitanden oder Promovenden.
Forscher und Wissenschaftler, die eine Publikation herausgeben wollen, werden ebenfalls zu den Kunden der Wissenschaftslektoren gezählt.

Zu den Aufgaben des Wissenschaftslektors zählen die Tätigkeiten, die auch ein Lektor für belletristische Werke, für Berichte und Reportagen, für Kinder- und Sachbücher ausübt.

Es werden die sprachlichen Aspekte eines Textes geprüft und korrigiert, stilistische Fehler ausgebügelt und zusätzliche Leistungen vorgenommen. Diese betreffen zum Beispiel das Verfassen eines Autorenporträts, die Korrektur der Gliederung, das Schreiben eines Inhaltsverzeichnisses und ähnliche Tätigkeiten.

Im Gegensatz zum reinen Korrektor wird der Wissenschaftslektor auch inhaltliche Korrekturen vornehmen – hier liegt allerdings eine gewisse Schwierigkeit. Es stellt sich nämlich die Frage, inwieweit eine wissenschaftliche Arbeit durch den Wissenschaftslektor geändert werden darf und wo die Grenze zur Verpflichtung zur wissenschaftlichen Wahrheit ist.

Gerade bei Examensarbeiten ist Vorsicht geboten, wenn es um inhaltliche Korrekturen geht, denn inwieweit diese rechtlich vertretbar sind, ist bislang nicht klar geregelt. Inhaltliche Hilfen dürfen auf jeden Fall nicht gegeben werden.

Format, Stil, Rechtschreibung, Grammatik, Layout und ähnliche Aspekte gehören jedoch zu den üblichen Korrekturaufgaben des Wissenschaftslektors und sind auch rechtlich nicht umstritten.

Fachgebiete und –themen

Der Wissenschaftslektor besitzt in der Regel selbst den entsprechenden wissenschaftlichen Hintergrund, daher ist es ihm auch möglich, inhaltliche Fehler zu erkennen.

So kann es sein, dass er sich auf die Korrektur von medizinischen Publikationen spezialisiert hat, wenn er selbst eine solche Ausbildung absolviert hat und vielleicht sogar als Facharzt tätig war oder ist. Jeder einzelne wissenschaftliche Bereich ist hier denkbar und die hohe berufliche Qualifikation der Wissenschaftslektoren bedingt ein sehr korrektes Lektorieren der Publikationen und wissenschaftlichen Arbeiten.

Innerhalb eines Fachgebiets kann sich der Wissenschaftslektor zudem auf bestimmte Themenbereiche spezialisiert haben – um beim Beispiel der medizinischen Publikationen zu bleiben, arbeitet der Wissenschaftslektor dann bevorzugt im Bereich der Onkologie und bearbeitet entsprechende Manuskripte.

Kunden der Wissenschaftslektoren

Neben den bereits erwähnten Verlagen und Wissenschaftlern zählen beispielsweise Examenskandidaten oder Studenten zu den Kunden der Wissenschaftslektoren.

Für diese sind Studenten allerdings oft ein nicht sehr günstiges Klientel: Zum einen vergleichen sie oft die Bruttopreise und kommen so zu dem Schluss, dass ein professioneller Wissenschaftslektor weitaus teurer ist als ein „normaler“ Lektor oder Korrektor.

Der Wissenschaftslektor widmet sich hauptberuflich der Korrektur entsprechender Fachtexte – „Nebenbei-Korrektoren“ hingegen lesen in ihrer Freizeit. Klar, dass sich hier deutliche Preisunterschieden ergeben werden. Für den Wissenschaftslektor ist es daher wichtig, möglichst zahlungskräftige Kunden binden zu können, was nur über eine gute Marketingstrategie möglich ist.

Wobei „binden“ hier oft zu viel gesagt ist, denn einzelne Personen lassen sich kaum in Stammkunden verwandeln. Lediglich Verlage und Redaktionen bleiben dem Wissenschaftslektor oft treu, mit dem sie gute Erfahrungen machen durften.

Verlage sind jedoch dazu angehalten, kostensparend zu arbeiten, sodass sich die bewilligten Honorare nicht mit der hohen Qualifikation der Wissenschaftslektoren vereinbaren lassen.

Wie finde ich den passenden Wissenschaftslektor?

Zuerst einmal ist wichtig, dass der Wissenschaftslektor nicht erst mit Beendigung der Arbeit beauftragt wird, sondern schon vorher bei der Erstellung derselben mit an Bord ist.

Damit kann er stückweise die jeweilige Arbeit lektorieren und muss nicht nach ihrer Fertigstellung einen 24-Stunden-Dienst absolvieren, damit die Korrektur bis zum Abgabetermin erfolgt ist.

Wissenschaftslektoren besitzen oft eine eigene Internetseite, auf der sie sich und ihre Leistungen präsentieren. Auch die Branchenverzeichnisse im Internet geben Hilfestellungen, dazu kommt der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren, der Auskunft zu den Wissenschaftslektoren gibt.

Auch auf der Seite www.lektorat.de ist die Suche nach verschiedenen Kriterien möglich, sodass ein Wissenschaftslektor gefunden werden kann, der das gewünschte Fachgebiet bearbeitet und eventuell sogar noch in der Nähe tätig ist.

Ansonsten hilft auch hier wieder die berühmte Mundpropaganda, denn gerade an Hochschulen sind viele Wissenschaftslektoren bekannt und können empfohlen werden.